Ein Reiskorn – unterhaltsame ökonomische Bildung

Im Jahr 2014 hatte ich die Gelegenheit, mein Buch „Taschengeld Management“ während einer Buchpräsentation in meiner Heimatstadt an einem schönen warmen sonnigen Sommertag zu präsentieren. Es war ein öffentlicher Ort und das Publikum bestand hauptsächlich aus Schülern. Bei solchen Veranstaltungen versuche ich immer, die Präsentation ein wenig unterhaltsam zu gestalten. So erzählte ich ein ökonomisches Märchen und versprach demjenigen, der als erstes das richtige Ergebnis präsentiert, mit einem großen Eis zu belohnen.

Die Geschichte ging so:
Die Tochter eines chinesischen Herrschers war krank und er versprach demjenigen unermesslichen Reichtum, der sie heilen würde. Ein junger Wanderer namens Pong Lo kam in den Palast. Mit Intelligenz und Wissen stellte er die Gesundheit der Prinzessin wieder her und gewann ihr Herz. Als Belohnung hielt Pong Lo um die Hand der Prinzessin an. Der Herrscher wies den Antrag des Wanderers zurück und forderte ihn auf, sich irgendetwas sonst zu wünschen – was immer er wollte.
Nach einigen Momenten des Nachdenkens, sagte Pong Lo „Ich möchte ein Reiskorn.“
„Ein Reiskorn. Das ist Unsinn! Frage nach feiner Seide, dem größten Raum im Palast, oder einen ganzen Zoo wilder Tiere – all das soll dir gehören!“
„Ein Reiskorn wird reichen“, sagte Pong Lo. „Aber wenn eure Majestät darauf bestehen, so kann er für die nächsten fünfzig Tage jeden Tag die Anzahl der Reiskörner verdoppeln.“
Der Herrscher willigte ein. Und so geschah es, am ersten Tag wurde ein Reiskorn geliefert, am zweiten 2 Reiskörner, am 3. Tag 4 Reiskörner, usw.

In der Buchpräsentation bestand die Aufgabe für die Schüler darin die Summe der Reiskörner zu berechnen, die sich nach 20-facher Verdoppelung ergibt.
Erstaunlicherweise erschien nach ein paar Minuten eine ältere Frau, hielt ein kleines Papier in ihren Händen und sagte: „Ich habe die Lösung!“ Überrascht überprüfte ich das Ergebnis; es war richtig! Ich fragte sie, wie sie so schnell zu diesem Ergebnis gekommen sei? „Ich habe es im Kopf ausgerechnet und die Zahl mit Bleistift und Papier überprüft.“ Ich fragte sie noch „Darf ich sie fragen, wie alt sie sind?“ „78“ war ihre energische Antwort.

Sie können die ganze Geschichte in meinem Buch “Taschengeld Management” nachlesen und auch das nicht so glückliche Ende für den etwas zu smarten Pong Lo nachlesen.